Sonntag, 19. März 2017

Zwischenstopp in Casablanca..

Nach der netten Runde im Hostel mit dem Taxi zum Bahnhof. Am Gleis angekommen dann rein in den Zug, auf nach Essouira. „Aber das schaffen wir wahrscheinlich nicht in einem Rutsch, wir müssen in Casablanca ne Nacht verbringen…“ So nach knapp 10 Minuten mit der Couchsurfing-App bekommen wir tatsächlich schon eine Nachricht, Khalil aus Casablanca würde uns aufnehmen, er ist heute zwar nur bei Freunden, aber da könnten wir auch ne Nacht schlafen, kein Problem... Das ging schnell. Ein paar Stunden später waren wir dann da, es war schon dunkel. Eigentlich hätten wir auch ein Taxi nehmen können, aber laufen tat auch mal gut nach dem ganzen Rumgesitze… Der erste Eindruck von Casablanca? Laut, riesig, ganz anders als Fes, aber es war schon spät, mal schauen wie das ganze tagsüber wirkt. Nach ner knappen Stunde mit verlaufen und allem drum und dran waren wir endlich da. Ein Ziemlich hohes Haus. Es wirkte auf uns eher wie ein nobles Hotel, als ein Wohnhaus, und es hatte wie viele der anderen Häuser drum herum auch einen Namen, den habe ich aber leider vergessen :D.. Khalil kam extra runter um uns abzuholen, er war direkt sehr herzlich, volltätowiert und sprach fließend Englisch. Mit dem Aufzug ging’s hoch, durch einen langen Gang dann an unzähligen Türen vorbei bis wir ganz hinten links durch eine durch gingen und mitten im Wohnzimmer von „Toun“ (ich habe bis heute nicht herausgefunden wie man den Namen richtig schreibt…) standen. Er wohnte mit ein paar anderen zusammen in einer recht großen Wohnung, es waren noch ein paar Freunde da, alle Unterhielten sich, es gab Wein und ein paar Bier. Im Vergleich zu den anderen Orten, an denen wir vorher waren, war Casablanca auf den ersten Blick so garnicht marokkanisch. Wir unterhielten uns ein wenig mit den Anderen, tauschten Musik aus, erzählten unsere Geschichte. Einer der Freunde der da war malte seit Ewigkeiten. In Marokko ist Graffiti noch nicht so toleriert und verbreitet wie in Deutschland, das machte es ihm ziemlich schwierig, seine Kunst wirklich auszuleben und zu verbreiten, doch er zeigte mir einige Bilder, von seinen Werken und wir waren schnell im Gespräch über die Graffiti-Kultur Marokkos und vor Allem wie sie sich in den letzten Jahren langsam veränderte. Könnt ja mal in seine Werke schauen: trickurself (tumblr) Später gingen wir gemeinsam noch aufs Dach von diesem Riesenhaus, die Aussicht war echt wunderschön, man konnte sehr weit die Lichter Casablancas leuchten sehen und auch noch von allen Seiten Geräusche einfangen. Nur wieder zurück in die Wohnung zu finden war etwas schwieriger als erwartet :D nachdem wir erst im falschen Stockwerk mitten in der Nacht bei wildfremden Leuten geklingelt hatten, haben wir es dann aber doch noch irgendwie wieder zurück geschafft. Es war ein langer Tag, wir wollten nur noch schlafen.







Mittwoch, 15. März 2017

Barber, Berber, Gerber...

Erstmal ab in ein anderes Riad, etwas dekadenter mal, nach dem ganzen Struggle. Hat sich definitiv gelohnt, die Aussicht von der Dachterasse war legendär, ehrlich. Auch morgens erstmal dick Frühstück und im Zimmer war sogar ne BADEWANNE! Nachdem ich diese ausgiebigst benutzt habe ging es los, etwas durch die Gassen ziehen, die Berber suchen. In Fes wird das uralte Handwerk der Lederverarbeitung, bzw. Gerberei, noch immer so betrieben, wie es vor hunderten Jahren schon üblich war. Riecht echt nicht gerade angenehm, ist aber auf jeden Fall sehr interessant anzusehen. Im Video wird es leider nicht so deutlich, aber da sind sehr viele verschiedene „Wannen“, in denen die frisch abgezogenen Tierhäute mit verschiedenen Flüssigkeiten behandelt werden. Unter anderem kommt dazu auch Tierurin zum Einsatz. Die Gerber haben keine Schutzkleidung oder Gummistiefel oder Sonstiges, Sie treten Tag ein Tag aus barfuss in diesen Wannen die Tierhäute mit den Gerbstoffen umher, um aus den Tierhäuten elastisches Leder, ohne Fleischreste o.ä. zu erzeugen. In Fes wohnen übrigens eine Menge Berber, diese sind allerdings nicht, wie ich zuerst dachte, zwingend auch Gerber. Alles etwas komplizierter.. wer wirklich interessiert ist kann ja mal die Wikipedia-Links unten etwas durchforsten. Auf jeden Fall habe ich mir dann bei den Gerbern noch ein paar schnieke Lederlatschen gegönnt, seit jetzt mal so dahin gestellt ob das ethnisch korrekt ist, aber ich finde es so, mit dem Prozess direkt vor Augen und dem Bewusstsein, dass man da ein Tier am Fuße trägt, weitaus besser als in der Massenproduktion. Mal ganz von den Menschen, die sich da echt kaputt schuften abgesehen. Aber gut, nach den Gerbern erstmal ab zum Barber, der Bart war viel zu lang. Ist auch ne Erfahrung wert, in Marokko ist der Beruf des Barbies weit verbreitet, fast an jeder Straßenecke kann man sich, zumindest als Mann, die Haare schneiden lassen. Einen festen Preis dafür gibt es nicht, man zahlt halt was man zahlen will, finde ich persönlich eine sehr vernünftige Lösung. Am nächsten Morgen ging es dann noch kurz zu zwei auf Couchsurfen kennen gelernten Marokkanern, die in der Medina ein Hostel betreiben. Als wir da ankamen wurden wir erstmal mit einem Glas marokkanischem Wein begrüßt und zum Shisha rauchen eingeladen, kurz darauf gesellte sich einer der Gäste, er kam aus Argentinien, zu uns und berichtete von seinen Geldproblemen und wo er schon überall war, nur dass er momentan nichtmehr an sein Konto kommt und fast kein Geld mehr hat. Aber kein Problem, die Jungs haben ihn auch ohne Geld erstmal noch im Hostel übernachten lassen, auch so waren die beiden echt sehr nett. Wir unterhielten uns über Musik und lernten ein paar Wörter Arabisch. War fast schon schwer diesen kleinen, seltsamen Raum, es ging direkt nach der Eingangstür vom Haus links eine winzige Treppe hoch in einen „Raum“ in dem man nicht stehen konnte, kaum größer als ein gewöhnliches Bett, wieder zu verlassen, aber wir mussten zum Bahnhof. Also machten wir uns auf, die Rucksäcke wieder angezogen, dabei fast umgeflogen, und mit dem Taxi los zum Gleis…

Montag, 13. März 2017

Endlose, verwinkelte Gassen:

Fes hat eine riesige Medina voller Essens,- Klamotten,- Schmuck und Knabber,-Stände. Einmal reingelaufen, ist es ziemlich schwer wieder heraus zu finden. Mich persönlich hat es abartig genervt, dass man nirgends mal einfach in Ruhe stehen konnte und sich Sachen anschauen, immer gleich von Allen Seiten irgendwelche Verkäufer, die einem was andrehen wollen und einen auf allen möglichen Sprachen ansprechen, in der Hoffnung die richtige zu treffen… garnicht meins. Naja, was soll’s. Am dritten Tag in Fes hab ich mir erstmal ein neues Smartphone gegönnt, ist auf jeden Fall auch echt wichtig wenn man unterwegs ist, dachte zwar ich komme mit meinem geliebten Blackberry zurecht, war dann aber recht schnell klar, dass man ohne Google-Maps und Internet unterwegs oft ziemlich aufgeschmissen ist. Als ich so im Supermarkt umhergeschlendert bin sind mir die extrem hohen Käsepreise aufgefallen, kaum zu glauben, aber ein ganz normaler Schafskäse kostet in Marokko gut 8 Euro… dafür gibts aber in jedem Supermarkt lose Gewürze, Oliven, Nudeln, Reis, und am wichtigsten, Harissa! Ich hätte so gerne Kiloweise von diesem Harissa mitgenommen, mit ein bisschen Brot und frischen Oliven, dazu nen Tee…. <3 Wir haben uns auch mal etwas aus der Touri-Gegend rausgewagt und sind den Berg hoch in ein einheimisches Restaurant, bzw. wohl eher Imbiss, gegangen. Zum Mittag gab es also Harira, sozusagen eine Kichererbsen-Suppe, mit Marokkanischem Salat, erinnert arg an Griechischen Salat, nur ohne Schafskäse, der ist ja bekanntlich viel zu teuer :D …

Samstag, 11. März 2017

Ab nach Fes

So, auch wenn es jetzt schon geschlagene 3 Monate her ist, es geht weiter! Um mal den Rückstand etwas auszugleichen, werde ich das ein oder andere weniger detailliert ausformulieren. Trotzdem versuche ich das erlebte so gut es geht widerzuspiegeln. Ich habe mittlerweile schon fast vergessen wo ich aufgehört habe, ist soviel passiert dazwischen. Nach Nador haben wir uns nach Fes aufgemacht, mit dem Zug, muss man unbedingt mal gemacht haben! Marokkanische Züge fahren anders als man das in Deutschland gewohnt ist =D… Rauchen? Kein Problem, stell dich einfach ins Zwischenabteil. Sitzplatzreservierung? Ehm.. Nein! Gespräche mit fremden Kopftuchträgerinnen und ordentlich Knabberkram? Auf jeden Fall. Man muss sich darauf einstellen, andauernd angesprochen zu werden, schließlich ist man selten gesehener Gast in einem fremden Land und in Marokko wird Kommunikation noch klassisch face-à-face betrieben. Naja,.. ein paar Bahnhöfe, kurzer Zwischenstopp und ein Sandwich für umgerechnet keinen Euro, und ewiges Palaver weiter, waren wir dann endlich in Fes. Es war schon recht spät, dunkel und wir hatten keine Ahnung wie wir überhaupt zu unserem Zimmer mitten in der Medina kommen. Nach der Taxifahrt standen wir dann also vor dem Bab Boujeloud, schonmal einen Schritt weiter, trotzdem würde ich so im Nachhinein jedem empfehlen tagsüber in der Medina anzukommen und vorher mal nochmal genau nachschauen wo man eigentlich hinmuss. Die Straßen sind wirklich sehr klein und verwinkelt, und ja, leider wollen echt sehr viele der Einheimischen dein Geld und „helfen“ dir natürlich gerne den Weg zu finden (natürlich gegen Bezahlung). Schlecht nur, wenn man kein bisschen Bargeld mehr bei sich hat, aber auch keine Ahnung wo man hinmuss. Kommt nicht sehr glaubwürdig wenn man „keine Hilfe braucht“, aber trotzdem nur dumm im Kreis läuft und offensichtlich keine Ahnung hat :D Ne knappe halbe Stunde später waren wir dann endlich im Riad, nächstes Problem, der Besitzer hatte keine Ahnung, dass wir kommen und Frühstück, so wie es im Internet stand hat er eigentlich auch nicht im Angebot. Aber gut, wir wurden erstmal ins Wohnzimmer verfrachtet und mit Tee versorgt, immerhin etwas. Kurz darauf kam die Mutter vom noch recht jungen Betreiber und hat das Zimmer für uns noch kurz fertig gemacht, wir wurden derweil etwas ausgequetscht und schonmal in die Grundlagen der Medina eingewiesen. Das Problemen mit den „Wegweiser-Kids“ ist allgegenwärtig, die Riad-Betreiber finden das auch nicht so dolle, weil dadurch die Touristen gleich so abgeschreckt werden, aber irgendwo muss man sie auch verstehen, haben ja nicht viel zum leben. Trotzdem wäre etwas weniger Hartnäckigkeit ganz gut. Mama ist fertig mit dem Zimmer, wir werden kurzerhand mit zu den Betreibern nach hause genommen, kurz mal vorbei schauen, der andere Sohn spricht etwas Deutsch, war wohl ne Zeit in Deutschland. Sehr eindrucksvolles Gebäude mit nem riesigen Baum in der Mitte, die Bauweise dieser Riads ist schon ziemlich genial, macht vor Allem echt was her auf so einer Dachterasse den Sonnenaufgang zu genießen, mit der Aussicht über die unzähligen kleinen Häuschen… wenn ich so davon schreibe könnte ich mich grad wieder in den Flieger setzten.

Montag, 12. Dezember 2016

Kack Laptops und kaputte Speichermedien..

Eigentlich sollte hier schon laenger mal etwas neues dazu kommen, mein Laptop streikt aber zur zeit und leider sind einige videos unterwegs verloren gegangen.. je nachdem kommt bald mal irgendwie ein video dazu, momentan bin ich da aber eher wenig zuversichtlich.

Dienstag, 29. November 2016

Videos schneiden, Ausschlafen, Einkaufen und ordentlich Kochen:

Heute gibts leider nicht allzu viel zu berichten. Ich saß Gestern bis spät in die Nacht vorm Computer um die Videos zu Bearbeiten und diese Texte hier zu verfassen. Danach erstmal Schlafen bis 12. Den Tag langsam angehen lassen. Irgendwo ist es ja auch ein Urlaub, ne. Gegen 5 machte ich mich dann noch auf den Weg zum Markt, ein bisschen Gemüse, Fleisch, Brot, Zigaretten und Baterrien kaufen. Ah und Saft und Schokolade. Leider habe ich die GoPro vergessen, es war so ein krasses Feeling, man biegt in eine Straße ein, sieht ein paar Marktstände, läuft immer weiter und auf einmal ist man mittendrin. Die Einheimischen schauten mich teilweise sehr komisch an, andere grinsten als sie mich sahen, ein Bettler hielt mir die Faust vors gesicht und schrie irgendwas auf Arabisch. Ich ging da nicht weiter drauf ein, er auch nicht. So Menschen gibts ja überall, auch in good old Offenburg. Mit Händen, meinem Handy zum Zahlen schreiben und sehr schlechtem Französisch bekam ich aber alles was ich brauchte. Für umgerechnet 25 Euro habe ich 2 Liter Saft, eine große Tafel Milka Schokolade, ne Dose Erdnüsse, 2 Dosen Energie-Drink, ne Packung Batterien, einen Salat, zwei Hände voll Datteln, 8 Joghurts, eine Ananas, ein Bund Frühlingszwiebeln, nen Salat, 5 Karotten, drei Paprikas, 1 Zucchini, ne Hand voll Bohnen, Schwarze und Kalamate Oliven, scharfe Soße, 500g Hackfleisch, zwei Baguettes, ein kleines BIC-Feuer und ne Schachtel Camel-Zigaretten bekommen. So lässts sich leben. Wieder "zu Hause" angekommen machten wir uns langsam aber sicher ans Abwaschen und anschliesend ans Kochen. Es gab Reis mit gegartem Gemüse in Tomatensoße, dazu mit Zwiebeln und Knoblach angebratenes Hackfleisch und einen Kaki-Käse-Tomate-Gurken-Salat mit frischer Blattpetersilie. Richtig lecker war das! Danach noch ne Dokumentation über die Uhreinwohner des Amazonasgebietes, die bis Heute scheinbar noch nicht in Kontakt mit dem Rest der Weltbevölkerung kamen, kann ich sehr empfehlen, heißt "The forgotten Tribe" und ist auf Netflix zu sehen, dazu Datteln, Tee, Obstsalat und Schokolade.